Glossar

  

Für Inhalt, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Artikel übernehmen wir keine Gewähr.

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Top-Level-Domain (TLD)

Jeder Name einer Domain im Internet besteht aus einer Folge von durch Punkte getrennten Zeichen. Die Bezeichnung Top-Level-Domain (vom englischen top level domain, übersetzt Bereich oberster Ebene; Abkürzung TLD) bezeichnet dabei den letzten Namen dieser Folge und stellt die höchste Ebene der Namensauflösung dar. Heißt der Rechner beispielsweise www.wikipedia.org, so ist org die Top-Level-Domain dieses Rechnernamens.

Im so genannten Domain Name System (eDNS) werden die kompletten Namen und damit auch die TLDs referenziert und aufgelöst, also einer eindeutigen IP-Adresse zugeordnet. Die Registrierungsstelle legt dabei einen Datenbank-Eintrag über den Inhaber an, der Whois-Abfragen über das gleichnamige Protokoll, ähnlich einem Telefonbuch, ermöglicht.

TLDs werden von der IANA in zwei Hauptgruppen und einen Sonderfall unterteilt:

* allgemeine TLDs (generic TLDs oder gTLDs)

* länderspezifische TLDs (country-code TLDs oder ccTLDs).

* die Infrastruktur-TLD arpa (Sonderfall) und das (jedoch nie in Gebrauch gewesene) .root

Länderspezifische TLD-Bezeichner bestehen dabei immer aus zwei Buchstaben, allgemeine aus drei oder mehr Buchstaben. Zu den ccTLDs zählt auch .eu (Europa).

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Top-Level-Domains

Die allgemeinen Top-Level-Domains können in zwei Gruppen unterteilt werden: gesponsorte und nichtgesponsorte. Die nichtgesponsorten Domains stehen unter der direkten Kontrolle von ICANN und der Internet Society. Die gesponsorten Domains werden von unabhängigen Organisationen kontrolliert und finanziert. Diese Organisationen haben das Recht, eigene Richtlinien für die Vergabe von Domainnamen anzuwenden. Bekanntestes Beispiel ist .mil. Diese Domain wird vom US-amerikanischen Militär exklusiv genutzt.

Die mit großem Abstand meist gebrauchte TLD ist .com. Ursprünglich wurde sie von US-amerikanischen Firmen und Organisationen verwendet, heute ist sie aber weltweit verbreitet.

Nichtgesponsorte Domains

.biz – business, nur für Unternehmen – weltweit

.com – commercial, ursprünglich nur für US-Unternehmen, heute frei für jeden – weltweit

.info – Informationsanbieter – weltweit

.int – Internationale Regierungsorganisationen (zum Beispiel www.eu.int, www.nato.int oder www.who.int)

.name – nur für natürliche Personen oder Familien (Privatpersonen) – weltweit

.net – Netzverwaltungseinrichtung – weltweit

.org – organization, ursprünglich für nichtkommerzielle Organisationen reserviert, inzwischen allgemein freigegeben – weltweit

.pro – professions (Anwälte, Steuerberater, Ärzte, Ingenieure) – nur für genannte Berufsgruppen der USA, Kanadas, Deutschlands und des Vereinigten Königreichs

Sonderfall:

.arpa – TLD des ursprünglichen Arpanets, jetzt verwendet als Address and Routing Parameter Area. Von der IANA wird diese TLD als „Infrastruktur-Domain“ bezeichnet.

Gesponsorte Domains

.aero – aeronautics, für in der Luftfahrt tätige Organisationen – weltweit

.cat – catalan, für die katalanische Sprache und Kultur

.coop – cooperatives (Genossenschaften) – weltweit

.edu – educational, nur für Bildungseinrichtungen, die vom US Department of Education als „post-secondary“ akkreditiert sind (zum Beispiel www.mit.edu) - auch außerhalb der USA

.gov – government, nur Regierungsorgane der USA (zum Beispiel www.whitehouse.gov)

.jobs – jobs, nur für Unternehmen mit Stellenangeboten – weltweit

.mil – military, nur für militärische Einrichtungen der USA (zum Beispiel www.army.mil)

.mobi – mobile, Darstellung der Webseiten speziell für mobile Endgeräte, sTLD – weltweit

.museum – Museen – weltweit

.tel – telephone, zum vereinfachten Anrufen von Firmen und Personen – weltweit

.travel – für die Reise-Industrie (z. B. Reisebüros, Fluggesellschaften etc.)


Die klassischen, in der Anfangsphase des DNS definierten TLDs, sind in Fettschrift dargestellt.

Aufgrund der liberalen Vergaberegeln für die TLD .com, .net, .org sowie (mit kleineren Einschränkungen) .biz und (neuerdings) .name ist die ursprüngliche Bedeutung dieser TLD jedoch weitestgehend abhanden gekommen. Eine derartige TLD weist nicht notwendigerweise auf einen entsprechenden Gebrauch hin. So wird etwa die eigentlich für nichtkommerzielle Organisationen gedachte .org-TLD heute gelegentlich von Pornographie-Anbietern verwendet. Weiterhin verwenden internationale, nicht-kommerzielle Seiten gerne .net (oder .org), um weder auf eine länderspezifische TLD noch auf das verbreitete .com zurückgreifen zu müssen (z.B. sourceforge.net, slashdot.org). Die einzige universelle TLD, für die keinerlei offizielle oder inoffizielle Restriktionen existieren, ist .info.

Die .arpa-TLD sollte ursprünglich nur eine temporäre Lösung bei der Einrichtung des DNS im Internet sein, jedoch stellte sich die spätere Auflösung dieser Domain als unpraktisch heraus. Die Subdomain in-addr.arpa ist weltweit im Einsatz, um das Auflösen einer IP-Adresse in einen Domainnamen (reverse lookup) zu ermöglichen, eine weitere Subdomain, e164.arpa, wird für ENUM, die Adressierung von Internet-Diensten über Telefonnummern, verwendet.

Länderspezifische Top-Level-Domains

Es gibt über 200 ccTLDs. Jedem Land ist genau ein Zwei-Buchstaben-Code nach ISO 3166 zugeordnet. Daneben gibt es häufig noch eigene ccTLDs für abhängige Gebiete, die meist geographisch vom Mutterland getrennt sind (siehe unten stehende Liste).

Ausnahmen:

  • Die USA besitzen neben .us noch die TLDs .mil (Militär), .gov (Regierung) sowie .edu (Bildungseinrichtungen).
  • Frankreich hat neben der TLD .fr noch die TLD .fx für die exterritorialen Gebiete, die jedoch momentan nicht verwendet wird.
  • Als einziges unbevölkertes Gebiet besitzt die geographisch definierte Antarktis die TLD .aq.
  • Die Palästinensischen Autonomiegebiete verfügen ebenfalls über eine eigene TLD .ps, obwohl sie nicht den Status eines Staates haben.
  • Die Europäische Union besitzt mit .eu eine eigene TLD, obwohl sie kein eigenständiger Staat ist und ihre Mitgliedsländer weiterhin ihre eigenen ccTLDs behalten.

Änderungen:

  • .cs wurde früher für die Tschechoslowakei verwendet, dann für den inzwischen aufgelösten Staatenbund aus Serbien und Montenegro vergeben. Zukünftig verwenden die Länder .rs und .me.
  • .zr für Zaire wurde 2004 aus den Root-Servern entfernt (jetzt .cd).
  • .dd wurde für die DDR zugeteilt, jedoch nur etwa drei Jahre lang um ihr Ende herum verwendet, dann mit .de zusammengeführt.

Des Weiteren sind noch drei obsolete TLDs aus Gründen der Erreichbarkeit aktiv:

  • Serbien und Montenegro besaßen die TLD .yu, später wurde zusätzlich .cs vergeben, was aber nie genutzt wurde.
  • In der Russischen Föderation wird neben .ru auch noch .su (Überbleibsel aus der Zeit der Sowjetunion) betrieben.
  • Osttimor wechselt momentan von .tp auf .tl und betreibt für eine Übergangszeit beide TLDs.

Jedes Land hat das Recht, eigene Vergaberichtlinien für seine Domain festzulegen. So ist es beispielsweise bei der französischen TLD .fr erforderlich, dass der Domain-Inhaber seinen Wohn- oder Firmensitz in Frankreich hat. Die österreichische .at-Domain erlaubt reine Zahlen-Domains (z. B. 123456789.at). In anderen Fällen sind für die zweite Namensebene nur wenige vorgegebene Namen möglich. Bekanntestes Beispiel ist die britische .uk-Domain, die nur die folgenden Second-Level-Domains zulässt:

  • .ac.uk – academic, Bildungsinstitutionen wie Universitäten
  • .co.uk – commercial
  • .gov.uk – government, zentrale und regionale Regierungsorganisationen
  • .ltd.uk – limited company
  • .me.uk – persönlich
  • .net.uk – ISPs und andere Netzwerkfirmen
  • .nic.uk – nur für den Netzwerkgebrauch
  • .nhs.uk – National Health Service, Institutionen die zum staatlichen Gesundheitssystem gehören
  • .org.uk – non-profit Organisationen
  • .plc.uk – public limited companies
  • .sch.uk – Schulen

Darüber hinaus gibt es einige staatlich genutzte Second-Level-Domains wie .police.uk, .mod.uk (Ministry of Defence – Verteidigungsministerium), .british-library.uk oder parliament.uk. Der eigentliche Name wird also als Third-Level-Domain definiert (z. B. example.co.uk).

Alphabetische Aufzählung:


a

.ac – Ascension

.ad – Andorra

.ae – Vereinigte Arabische Emirate

.af – Afghanistan

.ag – Antigua und Barbuda (vermarktet)

.ai – Anguilla

.al – Albanien

.am – Armenien

.an – Niederländische Antillen

.ao – Angola

.aq – Antarktis (hier definiert als alles südlich von 60° S)

.ar – Argentinien

.as – Amerikanisch-Samoa

.at – Österreich

.au – Australien

.aw – Aruba

.ax – Åland (seit 1. März 2006 – zuvor: .aland.fi)

.az – Aserbaidschan


b

.ba – Bosnien und Herzegowina

.bb – Barbados

.bd – Bangladesch

.be – Belgien

.bf – Burkina Faso

.bg – Bulgarien

.bh – Bahrain

.bi – Burundi

.bj – Benin

.bm – Bermuda

.bn – Brunei

.bo – Bolivien

.br – Brasilien

.bs – Bahamas

.bt – Bhutan

.bv – Bouvetinsel (+ .no)

.bw – Botsuana

.by – Weißrussland

.bz – Belize


c

.ca – Kanada

.cc – Kokosinseln (vermarktet)

.cd – Demokratische Republik Kongo

.cf – Zentralafrikanische Republik

.cg – Republik Kongo

.ch – Schweiz

.ci – Côte d'Ivoire

.ck – Cookinseln

.cl – Chile

.cm – Kamerun

.cn – Volksrepublik China

.co – Kolumbien

.cr – Costa Rica

.cs – Tschechoslowakei (heute: .cz und .sk;

(später für Serbien und Montenegro reserviert, jedoch nie verwendet)

.cu – Kuba

.cv – Kap Verde

.cx – Weihnachtsinsel

.cy – Zypern

.cz – Tschechien


d

.dd – DDR

(zugeteilt, jedoch nie verwendet)

.de – Deutschland

.dj – Dschibuti

.dk – Dänemark

.dm – Dominica

.do – Dominikanische Republik

.dz – Algerien


e

.ec – Ecuador

.ee – Estland

.eg – Ägypten

.eh – Westsahara

.er – Eritrea

.es – Spanien

.et – Äthiopien

.eu – Europäische Union


f

.fi – Finnland

.fj – Fidschi

.fk – Falklandinseln

.fm – Mikronesien

.fo – Färöer

.fr – Frankreich

.fx - exterritoriale Gebiete Frankreich


g

.ga – Gabun

.gb – Vereinigtes Königreich (+ .uk)

.gd – Grenada

.ge – Georgien

.gf – Französisch-Guayana

.gg – Guernsey

.gh – Ghana

.gi – Gibraltar

.gl – Grönland

.gm – Gambia

.gn – Guinea

.gp – Guadeloupe

.gq – Äquatorialguinea

.gr – Griechenland

.gs – Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln

.gt – Guatemala

.gu – Guam

.gw – Guinea-Bissau

.gy – Guyana


h

.hk – Hongkong

.hm – Heard- und McDonald-Inseln

.hn – Honduras

.hr – Kroatien

.ht – Haiti

.hu – Ungarn


i

.id – Indonesien

.ie – Irland

.il – Israel

.im – Isle of Man

.in – Indien

.io – Britisches Territorium im Indischen Ozean

.iq – Irak

.ir – Iran

.is – Island

.it – Italien


j

.je – Jersey

.jm – Jamaika

.jo – Jordanien

.jp – Japan


k

.ke – Kenia

.kg – Kirgisistan

.kh – Kambodscha

.ki – Kiribati

.km – Komoren

.kn – St. Kitts und Nevis

.kp – Nordkorea (reserviert, wird nicht verwendet)

.kr – Südkorea

.kw – Kuwait

.ky – Kaimaninseln

.kz – Kasachstan


l

.la – Laos (vermarktet durch die Stadt Los Angeles)

.lb – Libanon

.lc – St. Lucia

.li – Liechtenstein

.lk – Sri Lanka

.lr – Liberia

.ls – Lesotho

.lt – Litauen

.lu – Luxemburg

.lv – Lettland

.ly – Libyen


m

.ma – Marokko

.mc – Monaco

.md – Moldawien

.me – Montenegro

.mg – Madagaskar

.mh – Marshallinseln

.mk – Mazedonien

.ml – Mali

.mm – Myanmar

.mn – Mongolei

.mo – Macao

.mp – Nördliche Marianen

.mq – Martinique

.mr – Mauretanien

.ms – Montserrat

.mt – Malta

.mu – Mauritius

.mv – Malediven

.mw – Malawi

.mx – Mexiko

.my – Malaysia

.mz – Mosambik


n

.na – Namibia

.nc – Neukaledonien

.ne – Niger

.nf – Norfolkinsel

.ng – Nigeria

.ni – Nicaragua

.nl – Niederlande

.no – Norwegen

.np – Nepal

.nr – Nauru

.nu – Niue

.nz – Neuseeland


o

.om – Oman


p

.pa – Panama

.pe – Peru

.pf – Französisch-Polynesien

.pg – Papua-Neuguinea

.ph – Philippinen

.pk – Pakistan

.pl – Polen

.pm – Saint-Pierre und Miquelon

.pn – Pitcairninseln

.pr – Puerto Rico

.ps – Palästinensische Autonomiegebiete

.pt – Portugal

.pw – Palau

.py – Paraguay


q

.qa – Katar


r

.re – Réunion

.ro – Rumänien

.rs – Serbien

.ru – Russland

.rw – Ruanda


s

.sa – Saudi-Arabien

.sb – Salomonen

.sc – Seychellen

.sd – Sudan

.se – Schweden

.sg – Singapur

.sh – St. Helena

.si – Slowenien

.sj – Svalbard und Jan Mayen (+ .no)

.sk – Slowakei

.sl – Sierra Leone

.sm – San Marino

.sn – Senegal

.so – Somalia

.sr – Suriname

.st – São Tomé und Príncipe

.su – die ehemalige Sowjetunion

.sv – El Salvador

.sy – Syrien

.sz – Swasiland


t

.tc – Turks- und Caicosinseln

.td – Tschad

.tf – Französische Süd- und Antarktisgebiete

.tg – Togo

.th – Thailand

.tj – Tadschikistan

.tk – Tokelau (vermarktet)

.tl – Osttimor, vorher .tp

.tm – Turkmenistan

.tn – Tunesien

.to – Tonga

.tp – Osttimor, heute .tl

.tr – Türkei

.tt – Trinidad und Tobago

.tv – Tuvalu (vermarktet)

.tw – Taiwan

.tz – Tansania


u

.ua – Ukraine

.ug – Uganda

.uk – Vereinigtes Königreich

.um – United States Minor Outlying Islands

.us – USA

.uy – Uruguay

.uz – Usbekistan


v

.va – Vatikanstadt

.vc – St. Vincent und die Grenadinen

.ve – Venezuela

.vg – Britische Jungferninseln

.vi – Amerikanische Jungferninseln

.vn – Vietnam

.vu – Vanuatu (vermarktet, z.B. .de.vu)


w

.wf – Wallis und Futuna (Frankreich) (+ .fr)

.ws – Samoa


y

.ye – Jemen

.yt – Mayotte (Frankreich) (+ .fr)

.yu – Jugoslawien, Serbien und Montenegro

(heute: .rs und .me)


z

.za – Südafrika

.zm – Sambia

.zw – Simbabwe


Zweckentfremdungen

Vor allem sehr kleine und/ oder arme Länder vermarkten ihre Domains, indem sie ihre Vergabepolitik sehr liberal handhaben und die Registrierung der Domains aktiv bewerben. Dabei entwickelt sich der Domainmarkt zu einem lukrativen Geschäft, da die Registrierungsgebühren teilweise deutlich über die tatsächlich anfallenden Kosten gesetzt werden.

Einer der ersten sehr kleinen und/oder armen Staaten, die ihre Domains frei registrieren ließen, war 1998 Tonga. Der Ansturm war gewaltig, denn zu dem Zeitpunkt waren gute Namen unter com schon lange nicht mehr ohne weiteres erhältlich, und andere ccTLDs hatten zum Teil sehr strenge Registrierungsbedingungen. Außerdem ergaben sich durch die Endung .TO interessante Domainnamen, die sich sehr gut als Kurz-URLs nutzen ließen, wie come.to oder go.to.

Die wohl bekannteste fremdgenutzte ccTLD ist .TV, die als Television vermarktet wird. Dazu wurde eine eigene Firma DotTV gegründet, die die Domain vermarktet und an der der Staat Tuvalu Miteigentümer ist. Dieser Coup brachte dem Zwergstaat 50 Mio. $ ein, die in jährlichen Raten von 5 Mio. $ bezahlt werden. Tuvalu würdigt den Domainverkauf sogar mit einer eigenen Briefmarke. Tuvalus Regierung beschaffte von dem Geld IT-Infrastruktur für die wichtigsten staatlichen Einrichtungen und entrichtete die Aufnahmegebühr für die Vereinten Nationen.

Auf ähnliche Weise wird die ccTLD von Mikronesien, .FM, häufig im Rundfunkbereich zweckentfremdet. Die Abkürzung steht für „Frequenzmodulation“ und wird, als in diesem Bereich häufig verwendetes Verfahren, oft mit dem Hörfunk assoziiert.

Auch andere Länder bzw. die Firmen, die deren TLDs vermarkten, versuchen einen Markt zu schaffen, indem Abkürzungen erfunden werden, die die Adresse in einen Kontext stellen sollen, der ursprünglich nicht gegeben war. So vermarktet eine Firma die Domain .LA (Laos) als Domain für Los Angeles, was noch einsichtig erscheint; dagegen wird die Domain .WS (Samoa) als WebSite vermarktet, obwohl eine solche Abkürzung völlig ungebräuchlich ist.

Andererseits werden manchmal Abkürzungen regional zweckentfremdet, obwohl das den jeweiligen NICs vielleicht gar nicht bewusst ist. So wird zum Beispiel .AC (Ascension) für Aachen verwendet, .BE (Belgien) für Bern, .BY (Weißrussland) für Bayern, .BZ (Belize) für Bautzen, .IN (Indien) für Ingolstadt, .MS (Montserrat) für Münster in Westfalen, .NU (Niue) für Neu-Ulm, .PL (Polen) für Pfalz, .ST (São Tomé und Príncipe) für Südtirol und Steiermark, .GL (Grönland) für Kanton Glarus und .SH (St. Helena) für Schleswig-Holstein und den Kanton Schaffhausen, .SG (Singapur) für Kanton St. Gallen

Auch die ccTLD .AG des Inselstaates Antigua und Barbuda wird vom Betreiber neben der vorgesehenen Verwendung gezielt für Firmen im deutschsprachigen Raum beworben, um deren Rechtsform einer Aktiengesellschaft (AG) zu verdeutlichen. Gleichzeitig verdeutlicht diese Domain die Unsicherheit, in die man sich begibt, wenn man eine „exotische“ Domain registriert: Die gesamte Registry war wegen vermuteter Machtkämpfe um die TLD zwischen 1999 und 2000 nicht erreichbar. Ferner darf diese ccTLD gemäß eines Urteils des Hanseatischen Oberlandesgerichtes (AZ: 5 U 162/03) in Deutschland nur von "echten" Aktiengesellschaften verwendet werden, um eine Irreführung auszuschließen.

Eine weitere Besonderheit stellt die ccTLD .TK (Tokelau) dar, die oft von Telekommunikationsfirmen zweckentfremdet wird. Domains unter dieser Top-Level-Domain können kostenlos registriert werden und man erhält noch E-Mail-Adressen dazu. Bei dieser Form der Registrierung kann man die Domain nicht frei nutzen, sondern ist ausschließlich auf den Service des entsprechenden NICs angewiesen, der lediglich HTTP in Form einer Weiterleitung auf eine andere URL unterstützt. Wer andere Services nutzen will, muss die Domain auch bezahlen.

Die technische und administrative Realisierung einer TLD

Für jede Top-Level-Domain existiert eine Gruppe von Nameservern, die den gesamten Namensraum dieser Domain verwalten (meist mittels Delegationen auf weitere Server). Diese Domain-spezifischen Nameserver sind über die Root-Nameserver erreichbar. Außerdem existiert eine zentrale Datenbank, die über alle unterhalb dieser TLD angesiedelten Second-Level-Domains administrative Informationen enthält, wie zum Beispiel Name und Adresse des jeweiligen Domain-Inhabers. Auf diese Datenbank kann über den whois Service zugegriffen werden.

Für den Betrieb der Server und der Datenbank wird von ICANN für jede Domain eine Organisation beauftragt, die in der Internet-Terminologie Registry genannt wird. Für die .com-TLD beispielsweise ist das die Firma VeriSign, für .de die DENIC. Eine derartige Registry ist außerdem für die Vergabe von direkt untergeordneten Second-Level-Domains zuständig (z. B. example.com oder beispiel.de). Diese Aufgabe wird allerdings oft an sogenannte Registrare delegiert (siehe hierzu auch: Domain-Registrierung).

Für jede TLD existieren Richtlinien, die die Vergabe von Second-Level-Domains regeln. Diese sind über die Websites der jeweiligen Registrys abrufbar. Für einige TLDs existieren IDN-Sprachtabellen, in denen alle Sonderzeichen aufgelistet sind, die bei der Vergabe von Subdomains verwendet werden dürfen. So sind zum Beispiel bei .biz und .org deutsche Umlaute zulässig. Diese Tabellen werden von der IANA verwaltet und sind über die Websites der Registries einsehbar.

Alternative Root-DNS

Es gibt im Internet auch Organisationen, die alternative Namensserver betreiben, über welche zusätzlich zu den oben aufgeführten, quasi-offiziellen, vom ICANN kontrollierten TLDs weitere TLDs verfügbar sind. Ein entscheidender Nachteil dabei ist, dass solche Adressen für herkömmliche Internet-Nutzer nicht erreichbar sind. Auch werden sie von Suchmaschinen wie Google ignoriert. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Namensräume zweier Betreiber kollidieren können, wie zum Beispiel bei den .biz-Domains des Pacific Root.

Das Projekt OpenNIC versucht dabei die alternativen Systeme zusammenzuführen, betrachtet jedoch die ICANN-TLDs als vorrangig und akzeptiert weder konfligierende noch private Namensräume.

  • OpenNIC-eigene TLDs sind: .glue, .indy, .geek, .null, .oss und .parody

  • AlterNIC-TLDs waren: .exp, .llc, .lnx, .ltd, .med, .nic, .noc, .porn und .xxx.

  • Das Free Community Network verwendet die TLD .fcn

  • Pacific Root TLDs, die über OpenNIC-Namensserver erreichbar sind: .ais, .bali,
    .belize, .bio, .cal, .career, .chem, .children, .costarica, .ind, .job, .lib, .medic,
    .nomad, .npo, .ppp, .sat, .satcom, .satnet, .scuba, .socal, .stream, .work und
    .www. Nicht akzeptiert wurden hingegen .biz, .cars, .corp, .etc, .family, .food,
    .jobs, .ocean, .men, .ngo, .not, .online, .wine und .women wegen Namenskonflikten,
    sowie die Privat-TLD .pacroot

Des Weiteren gibt es auch das europäische „Open Root Server Network“. Es stellt eine unabhängige Alternative (mit IPv6-Unterstützung) zu den ICANN-Root-Servern bereit.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel eTop-Level-Domain aus der freien Enzyklopädie eWikipedia und steht unter der eGNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine eListe der Autoren verfügbar.

 

 

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